Gitarrenmythen

© Markus Holz, Nov.2012

Die größten Irrtümer der Gitarren-Lehr-Geschichte:

Mythos I

Gitarre spielen macht Spaß: 

Gitarre spielen ist zu aller erst ein Handwerk und am Ende vielleicht ein  Kunst-Handwerk.

Der Glaube Hierzulande,  alles regle sich über den Instrumentenpreis und es reiche, wenn eine Gitarre sechs Saiten habe, um sein Talent am Ende in CD Qualität zu entfalten, der irrt gewaltig.

Mythos II

Die Konzertgitarre   …. die eigentlich, eine Akustikgitarre sein will …..!

Punkt 1

Immer wieder wird an uns herangetragen, „im Gitarrenladen hat man uns gesagt, Kinder sollen mit einer Konzertgitarre beginnen“

Dieser „Aberglaube”, welcher besonders noch in Deutschland vorherrscht, ist nicht länger zeitgemäß.

Gegen eine Konzertgitarre ist nichts einzuwenden, wenn man Spanische – oder Klassische Gitarre erlernen möchte.

Hierzu wurde dieses Instrument gebaut und hierzu ist es aufgrund seiner Korpusform, Saitenlage und Bauweise ausgelegt.

Die Entwicklung der Gitarre, weist seit der Ukulele und der Laute eine Spezifizierung auf.

Der Eindruck, daß die hier verwendeten Nylonsaiten der Kinderhand besser liegen, widerspricht; bedingt aufgrund der Bauart eines erheblich breiteren Halsmaßes.  Viele versuchen diesen Umstand auszugleichen, indem den Kindern nacheinander; Halbe Gitarre, 3/4 Gitarre und die volle Gitarre angeschafft werden.   -Erfreulich für den Einzelhandel.-

Die klassische Sitz- oder Spielposition läßt das Instrument größer erscheinen als es ist. – unbedingt ausprobieren!

An dieser Stelle sei auch erwähnt, das diese Sitzhaltung extrem „Rücken feindlich“ ist!  

Siehe auch: was Kinder demotiviert

Punkt 2

über Stimmstabilität und Tonbildung – insbesondere auf das Akkordspiel bezogen:

Preiswertere Gitarren neigen allgemein zu Stimmungsschwankungen.

Ein qualitativ hochwertiges Instrument ist auch hier Voraussetzung, damit von Anfang an auch das Ohr trainiert wird.

Bauart bedingt, klingen nicht alle Akkorde gleich. Manche klingen zu hoch, andere zu tief. Auch bringt ein Stimmgerät nicht immer die erhoffte Abhilfe. Obwohl alle Saiten exakt gestimmt sind, können im Akkordspiel Unstimmigkeiten auftreten.

Wie erwähnt: diesem Phänomen unterliegen die Instrumente egal welcher Bauart.

Nylonsaiten haben gegenüber Stahlsaiten (Akustikgitarre) bezogen auf Stimmstabilität und Tonbildung im Akkordspiel absolutes Nachsehen.

Nylonsaiten reagieren auf Temperaturunterschiede stärker. Ein frisch aufgezogener Satz benötigt Wochen bis sich dieser „eingeschwungen“ hat.

„Da hat man schon die zweite D- Saite neu aufgezogen“

Die Auswahl an Nylonsaiten begrenzt sich auf hart bis weich und einige Hersteller. Stahlsaiten bieten ein großes Angebot an Herstellern und Saitenstärken. Da gibt es für jedes Händchen das richtige Gegenstück. Zudem lassen sich hier auch schlechte Gitarren mit den richtigen Saiten leicht aufwerten und zugleich auch Tuning Eigenschaften verbessern.

Die Konzertgitarre ist in ihrer Hauptsache ein Zupfinstrument und dient dem Mehrstimmigen Spiel.

Punkt 3

Der direkte Übertrag von der Konzertgitarre auf die Akustikgitarre:

"r i e s e n    I r r t u m " !!!        

1.

… und wir sehen und hören es immer wieder und überall: die Gitarre hat sechs Saiten, darum werden auch Alle und Immer gespielt, in voller Inbrunst, es sei denn, es erklingt eine Melodie, dann kennt man nur eine Saite

Irgendwie verhält es sich so, als wollten alle Buchstaben in einem Satz genutzt werden – nur weil es Sie gibt!

Nur weil etwas technisch möglich erscheint, ist es noch lange nicht sinnvoll!  

 

2.

Konzertgitarristen nutzen 8 Finger, der Rest nutzt alle 10 Finger

Den Daumen hinter dem Gitarrenhals zu verbergen und nicht in das aktive Spiel einzubeziehen sowie den kleinen Finger der rechten Hand arbeitslos zu lassen, hat Tradition.   Die spanische und klassische Gitarre verweist auch in ihrer Literatur immer nur auf das 8 Finger Spiel. Da uns die Natur aber 10 Finger geben hat wollen wir diese auch nutzen.

3.

Der Konzertgitarrist hat seinen “Lagefinger”, alle Anderen das gesamte Griffbrett

siehe Mythos III

Punkt 4

und am Ende klingt man doch so wie man klingt!  – Aber dann doch nicht so, wie man wollte … oder?!


Feststellungen:


Konzertgitarristen lieben klassische Musik und könnten auch dazu singen!

Akustikgitarrenspieler lieben zuerst den Sound ihrer Klampfe und möchten am Ende auch dazu singen.

E-Gitarristen brauchen mehr!
  • mehr Personal, 
  • mehr Sound – damit auch mehr Spielzeug –
  • und am Ende auch mehr Lautstärke !!!   

Fazit:

 
Das eigentliche Begleitinstrument IST und bleibt die Akustikgitarre !
Gewöhnt euch endlich dran.

 

Tipp:

Lernt Ihr auf Einer - und Euch steht die Tür zur Welt der Musik und aller anderen Gitarren offen!

 

Mythos III

Irrtum Barré

Auch der Barré Akkord hat seine Daseinsberechtigung, da wo er hingehört! 
Dieser hat sein Zuhause in der klassischen Musik; ergo auf der Konzertgitarre und fand schon im 16Jhd seine Verwendung beim Spiel der Laute.

Der Umstand, warum ein Profi der U-Musik (und hieran ist unter anderem, der Profi unter den Musikern zu erkennen) keine Barré Akkorde verwendet begründet sich im Zusammenspiel mit seinen Mitmusikern.

Der Klassiker begleitet sich selbst. Er hat nach der klassischen Stimmführung in einem mehrstimmigen Spiel, bis zu 4 Stimmen. Die klassische Gitarre ist ein Zupfinstrument. Ein direkter Übertrag des Barré Akordes auf eine reine Begleitung, mit und ohne Band, war niemals das Ziel.

Während des Spiels mit einem Barré Akkord nimmt sich der Klassiker, was er benötigt, indem er zwei, drei vielleicht vier Töne (da er ja nur 4 Finger der rechten Hand nutzt) gleichzeitig zupft.

Mit einem Plektrum alle 6 Saiten anzuschlagen, hat keinen höheren Wert nur  weil es mehr Saiten sind.

Dieses Zuviel an Tönen, stört den musikalischen Ablauf und Klang eines Songs.

Exkurs: 

wer braucht schon in einer Band drei Grundtöne, zwei Quinten und eine Terz und das von einer Gitarre....!

Was machen dann die andern Bandkollegen?  Kaffee trinken?

Nun mag der aufmerksame Leser die Frage stellen:

“warum lehren und spielen denn dann 99,999% der Lehrer den BarreAkkord

  •  weil sie es selbst nicht anders gelernt haben und dieses Wissen nie hinterfragt haben  ( Achtsamkeit! )
  • was der Mensch zuerst lernt, benutzt er vorrangig, und auch Lehrer waren mal Schülerund weil es
  • daher letzendlich in  Büchern landet
  • weil man mit Barré Akkorden vermeintlich schnellen Spielerfolg bei seinen Schülern erzielt;  und Menschen somit schnell befriedigen kann, um ihnen damit das Gefühl zu vermittelt, schnell zu lernen.

Mythos IV

Noten

Gitarre spielen ohne Noten!   “Reden ohne Hirn” ???     

siehe auch: FAQ’s

Mythos V

Das h welches ein B ist

auch ein deutsches Phänomen, welches irgendwann falsch übernommen wurde.

Das Alphabet lautet: ABC... und nicht A h C.   Musiker verwenden die ersten sieben Buchstaben im Alphabet.

Think global – Act local ! 

In Schularbeiten ist natürlich das Ergebnis einzutragen, welches der dortige Schullehrer erwartet.

Mythos VI

über die Nicht-Endende   Fachliteratur- und Lehrbuchmisere

oder das:  “1000 Akorde für 5,– Euro” Debakel

Was muss man über das Instrument Gitarre wissen,

was muss man über Musik wissen  –  und

wie bekommt man beides unter einen Hut?   

Wir gehen diesem Mythos auf den Grund.

 

Sehr verehrter Leser,
ich  habe den Namen “Fine Art of Guitar” nicht “aus einer Laune ausgesucht” oder weil er sich so toll anhört  sondern, weil ich diesen Lebe.
Dies aufgrund eines fachkundigen Wissensschatzes und meines eigenen Anspruches als Musiker.
In diesem Sinne wünsche ich Ihnen ein
Happy Playing