Expertus dico.

© Markus Holz, Nov.2012

 

Was Eltern wissen sollten, damit Kinder motiviert an der Gitarre bleiben  /

oder ... was Menschen, auch erwachsene Schüler, demotiviert.

 

Instrument

Die Wichtigkeit eines guten und richtigen Instrumentes wird unterschätzt.

Eine oft gut gemeinte oder unwissende Investition ist meist eine Fehlinvestition.

Was im Leben gilt, gilt auch für eine Gitarre.

Eine Gitarre sollte immer auf die musikalischen Bedürfnisse des Einzelnen, ob Kind oder Erwachsener ausgerichtet sein.

Eine Gitarre MUSS, gerade bei einem Anfänger, so hochwertig sein, daß sie einen guten und klingenden Ton erzeugt.

Das Ohr lernt von Anfang an mit.

Dies gilt für alle Instrumente, hier insbesondere für Konzert, Akustik und E-Gitarre gleichermaßen.

Ein sensibler Spieler verliert hier schnell das Interesse, wenn sein Instrument nicht klingt, denn dies ist schließlich das Wirken seines Anliegens.

 

An dieser Stelle soll darauf verwiesen werden: das im allgemeinen einen Instrumental-Künstler eher das "Wie" und nicht das "Was" er spielt reizt und motiviert.

Leider wird hierzu Lande dieser Aspekt unterschätzt, um nicht zusagen komplett ausgeklammert. Gegebenenfalls – und wenn überhaupt – wird er dem Talent des Einzelnen zugesprochen, was auch immer regional unter „Talent“ zu verstehen wäre…! 

Weder Tonbildung noch Instrumenten-Kenntnisse werden grundsätzlich beachtet und zeitnah eingebracht. 

Ein Instrument, wie eine Gitarre in seinem Sinne zum Klingen bringen zu können, versteht sich vorrangig als ein Prozess des Lernens und des sich Selbst Entdeckens. 

Nicht jeder vermag kleine Erfolge von Anfang an als Diese auch zu erkennen, was zu einer der größten Gitarrenherausforderung werden kann. 

Wir nennen es: “die Disziplin zu erkennen was man kann und was nicht”.

 

Gitarrenfakten

Gerade bei Konzertgitarren und den noch viel schlimmeren „Kindergitarren“ erleben wir allzu oft, wie ein begeisterter Schüler schnell sein Interesse   verlieren kann, da Vorstellung und Realität nicht harmonieren.

Hier kommt als zweites und fast immer aus Unwissenheit das falsche Instrument zu tragen.

Eine Konzertgitarre ist z.B. nur in ganz bestimmten Fällen geeignet. siehe auch: Gitarrenmythen

Eine Kindergitarre ist in den meisten Fällen vollkommen sinnlos, wenn musikalische Grundlagen “außen vor bleiben”.

Des weiteren verfehlen diese Art der Instrumente ihr Ziel, da eine mangelnde Qualität das musikalische Erfahren, wie oben beschrieben,  nicht erfüllen kann.

Für eine Elektrische-Gitarre mit all ihrem Zubehör, ist ein Schüler, unter Umständen vielleicht spielerisch noch nicht bereit.

Heute gibt es, und wir selbst sind immer wieder erstaunt, gute und günstige Gitarren, welche als Einstiegsmodell gut geeignet sind, da sie eine gute Bespielbarkeit mit gutem Ton vereinen

So auch mit einem kleineren Korpus für Kinder.

 

Falscher Ehrgeiz der Eltern

hieran Aufbauend, sei auch einmal über „falsche“ oder besser “nicht Wissende”  Vorstellungen von Seiten der Eltern über das Instrument Gitarre geschrieben.

Das Instrument Gitarre ist äußerst Komplex.

Es ist in seiner Bespielbarkeit vielschichtiger und ähnlicher zu Streich Instrumenten zu sehen, und deshalb auch schwieriger zu erlernen, als beispielsweise ein Klavier.

Viele Eltern unterschätzen Aufnahmefähig und Verarbeitung, welche ein Kind benötigt, um das musikalische Spiel um zu setzen.  Des weiteren Gelerntes auf einer Gitarre wieder und wieder gleichermaßen abrufen zu können.

Beispiel: nur weil ein Griff erlernt wurde, heißt dies nicht, das dieser musikalisch funktioniert!

Das Instrument Gitarre kann hier schon mal entmutigen.

Es ist kein Instrument, welches man mit einer gleichbleibenden Begeisterung wahrnimmt.

Außerdem ist zu berücksichtigen das die Gitarre Solo- und Begleitung vereinen.

 

Wir wissen, das jedes Kind seinen eigenen Weg zur Gitarre hat, ein Grund warum ich keinen Gruppenunterricht erteile. Auch lernen Jungs und Mädchen ebenfalls ganz unterschiedlich.

Daher erhält auch jedes Kind, nicht nur erwachsene Schüler, bei mir, sein eigens Konzept.

Das Ziel ist und bleibt, Schüler frei und unabhängig von einem imaginären „Songkonto“ Gitarre spielen zu lassen.

 

Was ebenfalls unterschätzt wird, ist die Tatsache, das der Übende sein Wissen erst dann kontrollieren kann, wenn er dieses zumindest auf einen Audioträger aufnimmt.

Was für die bildende Kunst gilt, ist heute auch für den Musiker leicht.

Der Pinselstrich eines Malers bleibt, während der Ton eines Musikers verstummte. Der Maler hat sein Bild stets vor Augen und kann sein Ergebnis sofort kontrollieren, dem Instrument blieb nur die gedankliche Vision.

Überlegung: hätte Bach einen DVD-Rekorder gehabt, hätte er wirklich so viele Noten geschrieben?

 

Druck von Seiten der Eltern

wie vorangehend beschrieben ist Druck durch das Umfeld auf das Übeverhalten des Zöglings als eher zweifelhaft an zu sehen.

Richtig angewendet, erhält der Schüler Motivation, sich selbst zu betrachten, und seine Leistung aus sich selbst heraus bewerten zu lernen.

Zugegeben es mag altmodisch anmuten, aber dieses erfordert Zeit und Aufmerksamkeit.

Leider trifft man immer noch auf Eltern, welche bei mangelnder schulischer Leistung im Zuge “erzieherischer Maßnahmen”, dem Kind gerade diesen Intelligenz fördernden Ausgleich wegnehmen.

Es ist empirisch, daß das Erlernen eines Instrumentes, gerade für das sich entwickelnde Gehirn sehr nutzbringend ist, da es die Interaktion beider Hirnhälften fördert und aufbaut.

Aus unserer langjährigen Erfahrung weiß ich, das Lernen nicht allein an der Zeit gemessen werden kann.

Gerade junge Menschen, je nach Entwicklungsgrad, benötigen mehr Aufmerksamkeit um sich selbst auszugleichen.

Dies ist nicht immer mit dem Interesse an dem Instrument Gitarre gleichzusetzen und bedeutet nicht, daß das Interesse an der Gitarre erlischt.

Liebe Eltern, das Motto lautet  “dabei sein ist alles“!

Anstelle der ewigen: “Entweder- Oder” – Debatten.  Dem: “hast Du denn noch Lust…”   sowie den daraus resultierenden Rate Spielchen ….
“Ja, es geht, und wenn man weiß wie, erreichen Schüler Ziele auch ohne einen täglichen Zwang”!  

 

Liebe Kinder, liebe Schüler, denkt an Diese -  Eure Sponsoren!

Gitarren spielen nicht von alleine. – Sie wollen bespielt werden.
Ja, Ihr könnt laut sein und Ihr dürft Fehler machen.
Nur wer Fehler macht, kann aus ihnen lernen und sich tatsächlich verbessern.

 

 

Übestrategie oder über  –   „das ist leicht“   –   „das ist schwer“  –  Gefasel

Es gibt kein leicht oder schwer !

Übe aufmerksam bis es funktioniert, aber nie länger als die Zeit, die Du Dir wünschst !

 In diesem Sinne: 

                                   Happy Playing